Private Krankenversicherung – Pro und Kontra

Veröffentlicht von am November 29, 2012

Private KrankenversicherungEs hört sich einfach traumhaft an. Während du momentan noch einige Hunderter für deine Krankenversicherung vom Lohn abgezogen bekommst, gibt es eine private Krankenversicherung schon für knapp 60 Euro im Monat. Und das auch noch bei besseren Leistungen. Das muss doch einen Haken haben? Hat es!

Fixverdient.de erklärt dir, wann sich eine private Krankenversicherung (PKV) wirklich lohnt, wann du also tatsächlich schlau sparst. Und das auf Dauer. Denn das ist der erste Haken. Auf Dauer, also wenn du älter wirst, kann eine private Krankenkasse richtig, richtig teuer werden.

Unser erster ganz praktischer Tipp: Hör dich doch einmal bei älteren Mitgliedern einer PKV in deinem Bekanntenkreis um. Frag sie, was sie zu Anfang ihrer Mitgliedschaft gezahlt haben und wie viel sie im Rentenalter für ihre Gesundheit hinblättern. Schon so viel schon mal von uns: Bei nicht gerade wenigen geht ein Großteil ihrer Rente für die private Gesundheitsabsicherung drauf.

Mehr Beiträge über Versicherungen

Nicht jeder darf sich privat krankenversichern

Damit Menschen mit niedrigem Einkommen im Alter nicht komplett verarmen, ist die private Krankenversicherung ein exklusiver Klub, dem nicht jeder beitreten kann. Eine der folgenden Bedingungen musst du erfüllen, um aus der gesetzlichen Kasse in die private wechseln zu dürfen:

  • Mindestbruttoeinkommen 2013: 52.200 Euro (Summe steigt jährlich)
  • Beamte
  • Selbstständige
  • Freiberufler

Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung

Klar, du bist noch jung, vielleicht sogar Single, dann kannst du jeden Monat richtig viel Geld sparen. Dazu kommt, dass die Leistungen in den meisten Bereichen auch deutlich besser sind. Die Vorteile im Einzelnen:

  • In jungen Jahren sehr günstige Tarife.
  • Chefarztbehandlung im Krankenhaus.
  • Bessere Ausstattung (Zimmer, Essen usw.) im Krankenhaus.
  • Erweiterte Leistungen beim Zahnarzt.
  • Kürzere Wartezeiten bei niedergelassenen Ärzten.
  • Keine Zuzahlung bei Medikamenten.
  • Keine Überweisungen für Fachärzte notwendig.

Immer schön ehrlich bleiben!

Wenn du in PKV wechselst, musst du Angaben zu deinem Gesundheitszustand machen. Auch Vorerkrankungen (für die höhere Prämien fällig werden) musst du exakt nennen, selbst jeden kleinen Krankenhausaufenthalt. Bei manchen Assekuranzen musst du sogar zu einem Vertrauensarzt. Verschweigst du etwas, kann das richtig teuer werden. Kommt die Versicherung im Nachhinein hinter eine nicht genannte Vorerkrankung, muss sie deine Behandlung nicht zahlen. Du bleibst also selbst auf der meist teuren Arztrechnung sitzen.

Die Nachteile der privaten Krankenversicherung

Wusstest du, dass…
…du, selbst wenn du in der gesetzlichen Krankenkasse bleibst, trotzdem vom Professor operiert werden kannst? Schließ dafür eine private Zusatzversicherung ab. Du kannst kleine Gesundheitsbausteine kaufen, mit denen du bevorzugt behandelt wirst:

Privatbehandlungen im Krankenhaus, Krankentagegeld, Zusatzversicherung Zahnbehandlung, Zuschüsse bei Brillen usw. Pick dir heraus, was dir wichtig ist. Für drei bis vier Zusatzleistungen solltest du nicht mehr 60 Euro im Monat zahlen. Und du bleibst in der im Alter günstigen gesetzlichen Krankenkasse.

Wenn du jetzt denkst, bei den tollen Vorteilen einer privaten Kasse, warum soll ich das denn nicht mitnehmen, dann solltest du dir mal folgende Argumente durchlesen.

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist so gut wie ausgeschlossen.

Fast immer sehr hohe Prämien im Alter. Der Grund: Die PKV wird immer innerhalb eines Tarifs kalkuliert. Wird dieser geschlossenen oder nicht mehr verkauft, altern alle Versicherungsnehmer in diesem Tarif ohne dass neue, gesunde Mitglieder hinzukommen, was die Beiträge im Alter teuer machen kann. Alternativ kannst du in einen anderen Tarif wechseln, der aber viele Leistungen ausschließt und trotzdem häufig teurer als die gesetzliche Rentenversicherung ist.

  • Jedes Familienmitglied, auch Kinder (Achtung teuer), muss einzeln versichert werden – keine Familienversicherung.
  • Haushaltshilfen oder Reha sind in der Regel ausgeschlossen.
  • Arztrechnungen müssen vorfinanziert werden.

Der Rat von Fixverdient.de

Die niedrigen Prämien in jungen Jahren sind wirklich verlockend. Außerdem spricht eine eindeutig privilegierte Behandlung für die private Krankenkasse. Wenn du dir sicher bist, dass dein Einkommen auch bis ins hohe Alter im überdurchschnittlichen Bereich liegt, solltest du ernsthaft über einen Wechsel nachdenken, erst recht, wenn du Single bleiben willst. Auch Paare mit auf Dauer doppeltem Einkommen sind in der PKV gut aufgehoben.

Kommt allerdings Nachwuchs hinzu, dann wird die „Private“ richtig teuer. Auch wenn du als Selbstständiger oder Freiberufler wahrscheinlich nicht mit einer hohen Altersvorsorge gesegnet bist, solltest du der „Gesetzlichen“ treu bleiben. Bedenke: Eine Rückkehr ist so gut wie ausgeschlossen. Wenn du trotzdem eine bessere ärztliche Behandlung wünscht, schließe die auf dich zugeschnittenen Zusatzversicherungen ab.

Ein letzter Tipp

Wie hoch die Prämie im Alter ausfällt, hängt auch davon ab, wie gut die Versicherung wirtschaftet. Deshalb sollte die Einstiegsprämie nicht unbedingt nur das Hauptkriterium sein.

In Tests verschiedener Organisationen haben sich folgende Unternehmen immer wieder als empfehlenswert herausgestellt:

  • Alte Oldenburger
  • Barmenia
  • Concordia
  • Debeka
  • Hallesche
  • Huk-Coburg
  • R+V

Dies könnte dich auch interessieren: