Minijobs – Ab 2013 sind 450 Euro erlaubt!

Veröffentlicht von am Oktober 27, 2012

Minijobs ErhöhungJetzt ist es amtlich. Der Bundestag hat beschlossen, dass du bei einem Minijob ab dem kommenden Jahr 50 Euro mehr verdienen kannst. Das hört sich erst einmal prima an. Doch es gibt auch einige andere Aspekte, die Suchende nach einem Nebenjob vom kommenden Jahr an beachten müssen.

Die einen werden sagen, das wurde aber auch Zeit. Die Anhebung von 400 auf 450 Euro ist die erste Erhöhung der Geringfügigkeitsgrenze für Minijobber seit 2003. Die anderen, und das sind nicht gerade wenige, glauben, dass immer mehr Arbeitsuchende, die keinen Hauptberuf haben, in die „Nebenjobfalle“ tappen könnten.

Weitere Infos über Minijobs nur für dich

Fixverdient.de gibt ja bekanntlich Tipps, wie sich Schüler, Studenten, Hausfrauen oder Menschen, bei denen das normale Gehalt nicht reicht, etwas dazu verdienen können. Für die ist die neue Regelung, die Gehaltsgrenze für Nebenjobber auf 450 Euro anzuheben, sicherlich eine erfreuliche Nachricht.

Stichwort Rente: Auch Nebenjobber sollten vorsorgen

Wusstest du, dass…
…du, wenn du Mitglied der Rentenversicherung bist, auch Anspruch auf zum Beispiel Reha-Maßnahmen, eventuell ein früheres Rentenalter oder eine Rente bei Erwerbsminderung hast? Das sind nur ein paar Punkte, die du genau abwägen solltest.

Diese Überschrift ist schon richtig – aber doch wieder nicht so ganz. So wie die neue Regelung eben. Denn im Gegensatz zur alten Gesetzeslage müssen Nebenjobber auch ihren Anteil in die Rentenkasse zahlen. Aber, sie können sich auch davon befreien lassen. Also alles recht Wischiwaschi!

Nebenjobber, die meinen, genug für ihren Ruhestand zu tun, können also weiterhin das Gehalt netto = brutto einstreichen. Wer vorsichtiger ist, zahlt in Zukunft einen Teil des Gehalts in die Rentenkasse.

450 Euro für Nebenjobber – die wichtigsten neuen Regelungen auf einen Blick

  • Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze von 400 auf 450 Euro.
  • Minijobber werden automatisch Mitglied der Rentenversicherung.
  • Bei einem Verdienst von 450 Euro beträgt der Beitrag zur Rentenversicherung rund 18 Euro (3,9 Prozent von 450 Euro).
  • Gegen eine Mitgliedschaft in die Rentenversicherung können Minijobber schriftlich Widerspruch einlegen. Sie bleiben dann beitragsfrei, haben aber auch keinen Anspruch auf Leistungen.
  • Bestehende Verträge von 400-Euro-Jobbern bleiben so, wie sie sind. Wird allerdings der Vertrag auf 450 Euro aufgebessert, treten alle neuen Regelungen in Kraft.

Die sogenannten Midijobs werden auch angepasst. Ab 2013 dürfen auf dieser Basis bis 850 Euro verdient werden. Eine genaue Differenzierung zwischen beiden Jobvarianten – Mini- und Midijobs – haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben. Die sogenannte „Gleitzone“ reicht dann von 450 – 850 Euro.

Für alle die es lieber etwas bürokratischer mögen, hier zwei Internetseiten, die gesamte Gesetzeslage etwas formaler darstellen:

Vorsicht bei Krankheit!

Durch die neue Gesetzeslage bleibt eines unverändert: Minijobber sind nicht krankenversichert. Das sollten sich vor allem geringfügig Arbeitende immer wieder vor Augen führen, die nicht über ein anderes Mitglied der Familie krankenversichert sind.

Das Fazit von Fixverdient.de

Für Schüler, Studenten und echte Nebenjobber stellt die neue Gesetzeslage sicherlich eine Verbesserung dar. Aber gerade Schüler und Studenten sollten sich genau überlegen, ob sie die Mitgliedschaft in der Rentenversicherung schon in jungen Jahren ausschlagen sollten. Im Alter zählt dann irgendwann jeder eingezahlte Cent.

Für alle, die nicht über einen Hauptberuf versichert sind, sollte eine solche Mitgliedschaft ohnehin Pflicht sein. Und wer auf den Minijob zum Lebensunterhalt angewiesen ist, sollte sich von den möglichen Mehreinnahmen ab 2013 nicht blenden lassen. Ein Nebenjob ist und bleibt ein Nebenjob. Die Betonung liegt auf „neben“.

Nicht umsonst hat die gesamte Opposition des Bundestages gegen den Regierungsbeschluss gestimmt. Und das ganz sicher nicht, weil es den weniger Vermögenden die 50 Euro mehr nicht gönnt.

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Über den Autoren (Profil bei uns)

Gröj Eklib arbeitet seit 1984 als Journalist. Nach einigen Jahren der Lokalberichterstattung widmete er sich den Sparten Wirtschaft und Service. Die Arbeitswelt und die sich wandelnden Jobs bilden ein weiteres Standbein der journalistischen Tätigkeit. Er war mehrere Jahre Chefredakteur einer durch Landesmittel geförderten Jugendzeitung zum Thema Jobs und Karriere für junge Arbeitnehmer. Mehr bei Google+.
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