Jobprojekt Leonardo – ein Auslandspraktikum für junge Arbeitslose

Veröffentlicht von am November 2, 2012

Auslandspraktikum LeonardoWie wäre es mit folgenden Jobs? Du versorgst in einem großen Meeresaquarium im spanischen San Sebastian die Fische. Oder du arbeitest in der Nähe von London in einem Tonstudio. Das ist doch illusorisch, denkst du? Ist es nicht. Leonardo macht es möglich – ein EU-Programm für Auslandspraktika.

Leonardo da Vinci steht nun nicht unbedingt in dem Ruf, die Landesgrenzen des heutigen Italiens ausgiebig übertreten zu haben. Aber, er war offen für andere Kulturen. Als es in seiner toskanischen Heimat aus familiären Gründen nicht so besonders lief, nahm er erfreut ein Angebot der französischen Krone an, die damals in der Lombardei herrschte.

Der begnadete Maler, Bildhauer, Architekt und Anatom hatte keine Scheu über Landesgrenzen zu schauen. Wahrscheinlich ziert deshalb sein Name das europaweit größte Weiterbildungsprojekt. Oder wie es die Arbeitsagentur nennt: „Das Tor zu Europa“.

Du willst im Ausland arbeiten? Hier mehr dazu:

Das von der EU geförderte Auslandspraktikum verschafft Selbstvertrauen

Wusstest du, dass…
…du während des Auslandspraktikums dein Arbeitslosengeld weiter erhältst? Die Dauer des Aufenthalts ist mit Bedacht so angelegt, dass keine Lücken für deine Bezugsrechte, auch nach dem Auslandsaufenthalt, entstehen.

Bei dem sechs- bis achtwöchigen Auslandsaufenthalt sollst du vor allem eins: nämlich wie der berühmte Namensgeber aus dem toskanischen Vinci über den eigenen Tellerrand schauen. Das schärft den Blick für Neues. Und es stärkt das Selbstbewusstsein. Das bestätigen die meisten Teilnehmer in dem Infoblatt der Arbeitsagentur.

Gerrit (30), Einzelhandelskaufmann, absolvierte sein Praktikum in Irland:
„Es ist wahrscheinlich das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich wirklich selbstbewusster fühle und gelernt habe, im größeren Rahmen zu denken.“

Corrado (24) war in einem Tonstudio in London tätig:
„Auf jeden Fall habe ich ein gesteigertes Selbstbewusstsein mitgenommen. Ich habe jetzt auch ein besseres Verständnis für Menschen mit anderen kulturellen oder religiösen Hintergründen.“

Leonardo-Teilnehmer finden schneller einen festen Job

Selbstverständlich ist es das Hauptziel des Programms Leonardo da Vinci, dass du als Arbeitssuchender wieder schnell einen neuen Job findest. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Etwa 80 Prozent der Teilnehmer konnten nach dem Auslandsaufenthalt schnell in Deutschland einen neuen Job finden. Das hat viele Gründe:

  • Zukünftige Chefs schätzen es, wenn du Erfahrungen im Ausland gesammelt hast.
  • Mit der Teilnahme an einer Weiterqualifikation zeigst du Eigeninitiative. Auch das mögen die Arbeitgeber.
  • Du hast bewiesen, dass du mit deinen Fremdsprachenkenntnissen im Ausland bestehen kannst.
  • Und, auch das ist nicht ganz unwichtig, vielleicht hast du durch das Praktikum erst erkannt, welchen beruflichen Weg du in Zukunft wirklich einschlagen willst.

Achtung!

Bei dem Leonardo-Programm handelt es nicht um einen angenehmen, bezuschussten Urlaub. Du musst regelmäßig an den Sprachkursen teilnehmen und natürlich auch pünktlich zur Arbeit erscheinen. Darüber solltest du dir vor dem Auslandantritt im Klaren sein! Es wird ein hohes Maß an Motivation erwartet.

Leonardo-Programm – die Fakten

Teilnahmevoraussetzungen

  • Dein Alter spielt keine Rolle.
  • Du musst bei Bewerbung und Ausreise arbeitslos gemeldet sein.
  • Du musst eine Ausbildung abgeschlossen haben (Ausbildung o. Studium) oder zweijährige Berufspraxis nachweisen. Es werden zwar einige Berufszweige explizit hervorgehoben. Aber bei den zugelassenen Arbeitsbereichen heißt es auch vielsagend „und andere“. Also erst einmal nicht abschrecken lassen.
  • Du solltest die Sprache des Ziellandes einigermaßen beherrschen.

Momentane Zielländer

  • Großbritannien
  • 2 Wochen Sprachkurs, 4 Wochen Praktikum

  • Irland
  • 2 Wochen Sprachkurs, 4 Wochen Praktikum

  • Spanien
  • 4 Wochen Sprachkurs, 4 Wochen Praktikum

Die Kosten für den Auslandsjob

Das Leonardo-Programm wird großzügig von der EU unterstützt. Du erhältst Zuschüsse für Reisekosten, Unterkunft, Sprachkursus, Verpflegung und Versicherungen.

In den meisten Fällen wird allerdings auch ein Eigenanteil für den Sprachkursus fällig. Der kann bis zu 497 Euro (London) betragen, kann aber auch ganz entfallen (Wales). Näheres zu den Kosten und weitere Details erfährst du auf der folgenden Seite der Bundesagentur für Arbeit. Interessant könnte auch folgende Seite für Auslandsjobs sein.

Ach ja übrigens, Leonardo da Vinci hat die letzten Jahre seines Lebens im Herzen Frankreichs gelebt – gesponsort von seinen früheren Arbeitgebern. Du siehst, Auslandserfahrungen haben sich schon immer ausgezahlt.

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