Bewerbungsbrief

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BewerbungsbriefDu bist ein Nichts. Ein Phantom. Vielleicht gerade mal ein Name. Und ein Bewerber für einen Nebenjob. Einer von vielen. Der zukünftige Chef muss sich blind entscheiden. Alles, was er hat, ist deine Bewerbung. Topp oder Flopp? Er hat die Wahl. Und du? – Auch du hast die Wahl.

In Anlehnung an einen bekannten Spruch aus der Werbung könnte man hier formulieren: Wer sich falsch bewirbt, der stirbt. Nicht wirklich, aber im Hinblick auf die Liste der Auswahlkandidaten. Wenn du denkst, dass ein Nebenjob ja keine vollwertige Stelle ist und dass deshalb auch ein lockeres Bewerbungsschreiben genügt, dann irrst du dich.

Chefs und besonders Personalchefs sehen das nämlich ganz anders. Das Bewerbungsschreiben ist für den zukünftigen Chef die erste Arbeitsprobe, die er von seinem zukünftigen Mitarbeiter erhält.

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Rund um deine Bewerbung

Beispiel für einen Bewerbungsbrief: OK oder K.O.?

Nicht besonders gut ankommen dürfte deshalb eine E-Mail in der folgenden Art:

Wusstest du, dass…
…bei einer Initiativbewerbung meist auch eine Kurzbewerbung ausreicht? Biete aber dann auf alle Fälle an, dass du auf Wunsch eine ausführliche Bewerbung nachreichst.

Ja, ähm, also hallo, echt nen coole Webpage habt ihr da. Wollte mal Fragen, ob ihr nicht nen Job für mich habt, bin mal grade wieder auf der Suche . Irgendwas mit Internet wäre geil. Ach ja, Fotos und so von mir und meiner Kligge findet ihr auf meiner Facebook Seite. Könnt mir ja gleich nen Like geben .

Jo, dann, also, ihr könnt euch ja mal Melden. Wäre echt nett!!!!!!!!

CU, der Köbi

Moderne Zeiten und Internet-Zeitalter hin oder her: So geht’s nicht. Mit viel Glück landet die Mail im elektronischen Papierkorb. Mit etwas Pech an der Facebook-Pinnwand des Unternehmens. Vielleicht ja sogar gleich mit einem Link zu deiner Seite…

So bewirbst du dich richtig

Für Nebenjob-Bewerbungen gelten die gleichen Spielregeln wie für die „echten“ Jobs:

  • In den Betreff gehört der Hinweis auf die Stellenanzeige mit Fundstelle und, sofern erforderlich, die zugehörige Chiffre-Nummer.
  • Sprich die zuständige Person persönlich an. Meist steht der Name des Ansprechpartners in der Stellenanzeige, ansonsten finde ihn heraus (Homepage der Firma, Anruf in der Telefonzentrale). „Sehr geehrte Damen und Herren“ kommt jedenfalls nicht besonders gut an. Und achte darauf, dass du den Namen richtig schreibst. Herr Meier möchte nicht mit „Herr Meyer“ angesprochen werden.
  • Einleitungsfloskeln wie „Mit großem Interesse blah…“ sind mittlerweile nicht mehr üblich.
  • Falle stattdessen gleich mit der Tür ins Haus. Erkläre im ersten Satz, warum du und nur du der/die Richtige für den Job bist. Dieser erste Satz muss sitzen und den Chef vom Hocker hauen (neudeutsch „flashen“).
  • Der halbe Lebenslauf gehört nicht in das Bewerbungsschreiben. Dafür schickst du ja den Lebenslauf als separates Dokument mit.
  • Präsentiere dich selbst. Du hast nur wenig Zeit (der Personalchef auch), und du hast nur wenig Platz auf dem Papier. Dennoch muss hier alles stimmen. Das ist deine Show. Du weißt ja: Nur wenn du den X-Faktor hast, kommst du eine Runde weiter.
  • Hohle, nichtssagende Begriffe (zum Beispiel „Führungsqualität“) erzeugen Langeweile. Fülle solche Begriffe mit Leben. Mit deinem Leben. Der Chef muss anhand Ihrer Schilderung sofort erkennen, dass du über die geforderte Qualifikation verfügst. Denke an die (Haus-)Frau aus der Werbung: „Ich habe 5 Jahre ein erfolgreiches, kleines Familienunternehmen geleitet“.
  • Ach ja, der Bewerbungsgrund. Er sollte wirklich nicht am Anfang stehen, sondern erst am Ende. Wenn es dir gelingt, eine Brücke zu bauen zwischen dir und dem Unternehmen oder seinen Produkten, hast du das vielleicht noch fehlende I-Tüpfelchen draufgesetzt.
  • Die Bewerbung klingt mit einer selbstbewussten Schlussformulierung aus. Kein „könnte“ oder „würde“ oder „wäre“, sondern eine klare Ansage: „Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen“.

Achtung Mustervorlagen!

Verwende keine Mustertexte, in die du einfach nur noch deinen Namen und den der Firma einsetzt. Diese Texte sind erstens unpersönlich und nicht auf das spezielle Jobangebot zugeschnitten, zweitens kennen die Personalchefs diese Texte auch. Kreativ geht anders.

Bring deine Bewerbung in Form

Neben den inhaltlichen Spielregeln gibt es auch einige formale:

  • Verwende eine „seriöse“ Schriftart (Arial, Times New Roman), die du auch in allen anderen Bewerbungsdokumenten verwendest.
  • Verwende eine gut lesbare Schriftgröße (Minimum 10 Punkt, besser 11 bis 12 Punkt).
  • Absätze und breite Seitenränder verbessern die Lesbarkeit.
  • Fasse dich kurz. Eine DIN A4-Seite muss reichen.
  • Unterschreibe das Bewerbungsschreiben eigenhändig mit Vor- und Zunamen. Keine eingescannte Unterschrift, kein Kritzelkrakelkürzel.
  • Prüfe vor dem Ausdrucken und vor dem Abschicken die Rechtschreibung.

Wenn du alle diese Punkte beachtest, sollte es auch mit dem Nebenjob klappen.


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