Ballonverfolger – Bei traumhaften Ballonfahrten auf dem Boden bleiben

Veröffentlicht von am Juli 22, 2012

BallonverfolgerÜber der Erde schweben, vom Wind getrieben zu werden, nicht wissen, wo und wann die Reise endet: Ballonfahrten zählen mit zu den schönsten Erlebnissen im Leben eines Menschen. Damit das Erlebnis wirklich unvergesslich bleibt, winkt am Ende die Ballontaufe – Urkunde inklusive.

Doch wenn das Abenteuer für die Fluggäste endet, ist für den Ballonverfolger der Arbeitstag noch lange nicht vorbei: Er endet erst, wenn alle Mitfahrer zu ihren Auto am Startplatz zurückgebracht sind. Das bedeutet auch, dass der „Ballonfahrer-Assistent“ nie den Boden verlässt.

Ballonverfolger – ein Mädchen für alles

Die Arbeit des Ballonverfolgers beginnt in der Regel mit dem Aufbau des Ballons. Dafür wird dieser in Windrichtung ausgelegt und erst mal mit Luft aufgeblasen, damit sich die Hülle aufbläht. Erst kurz vor dem Start wird der Brenner angeworfen, damit das Fahrzeug aufsteigen kann.

Jetzt begrüßt er, da der Ballonfahrer sein Gefährt hüten muss, die Mitfahrer, weist sie in Parkplätze ein und hilft beim Einstieg in die Ballongondel. Sind alle Mitfahrer an Bord, löst er die Halteleinen, räumt die Startutensilien ins Fahrzeug und schwingt sich hinters Steuer, um dem Ballon zu folgen.

Doch das ist manchmal gar nicht einfach: Während der Ballon vom Wind in gerader Linie über Berge, Seen und Wälder getragen wird, muss der Begleiter am Boden auf der Straße bleiben. Nur die führt nicht immer in die gewünschte Richtung. Deswegen legt der Verfolger in der Regel mindestens die doppelte Strecke zurück wie der Ballon selbst.

Am Landeplatz angekommen bindet er den Ballon an, hilft den Passagieren beim Aussteigen, assistiert – wie erwähnt – bei der Ballontaufe der Erstmitfahrer und legt mit dem Fahrer zusammen anschließend den Ballon zusammen. Ist dieser im Anhänger versorgt, chauffiert er die Mitfahrer zum Ausgangspunkt der Reise zurück.

Im Nebenjob Ballonverfolger ist Improvisationstalent gefragt

Ballonfahrer-Assistent

Unabdingbar für die Arbeit als Ballonverfolger sind ein Führerschein Klasse BE (alt: 3) und Fahrpraxis mit Kleinbussen und größeren Anhängern. Schließlich muss das Gespann insbesondere bei kräftigem Wind ziemlich rasant durch die Landschaft bugsiert werden, um rechtzeitig am Landeplatz anzukommen. Weil sich die Windrichtung aber mitunter von einer Sekunde auf die andere ändert, ist die Route nie planbar.

Dreht sich der Wind, gilt es umzudisponieren, auf der Karte die neue Route zu finden und schnell wieder loszufahren. Außerdem muss ständig über Funk Kontakt mit dem Ballonfahrer gehalten werden, um Programmabwandlungen – etwa bei einem aufziehenden Gewitter – und Änderungen der Flugrichtung rechtzeitig mitzubekommen.

Reaktionsgeschwindigkeit, Belastbarkeit und Improvisationsfähigkeit sind somit notwendige Grundvoraussetzungen. Neben einem guten Orientierungssinn und idealerweise Ortskenntnis ist auch Erfahrung im Kartenlesen unabdingbar, damit sich die favorisierte Route nicht plötzlich als Fußweg oder Einbahnstraße entpuppt.

Da Kundenkontakt besteht, sind ebenso Offenheit wie Freundlichkeit grundlegende Eigenschaften. Schließlich sind die Ballonfahrer Dienstleister und wollen weiter empfohlen werden.

Stellenangebote und Verdienst

Stellen als Ballonverfolger sind rar – schließlich werden Ballonfahrten auch nicht an jeder Straßenecke angeboten. In den regulären Stellenbörsen finden sich deswegen nur ganz selten entsprechende Jobangebote. Fündig wird, wer Anbieter von Ballonfahrten recherchiert und mit ihnen direkten Kontakt aufnimmt.

Eine Ballonfahrt dauert in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten, vom Aufbau bis zum Abbau des Ballons verstreichen aber 4 bis 5 Stunden. Gearbeitet wird beim Ballonfahren meistens am Wochenende und ausschließlich in der warmen Jahreszeit.

Dabei liegt der Verdienst bei ca. acht Euro in der Stunde – abgerechnet wird meist auf Minijob-Basis. Wer jedes Wochenende für Einsätze Zeit hat, kann so in einer Saison bis zu 1000 Euro hinzuverdienen.

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Über den Autoren (Profil bei uns)

Christian Schroff begleitet seit 2006 Menschen als Jobcoach und Bewerbungstrainer bei ihrer beruflichen Entwicklung. Sein aktueller Schwerpunkt liegt in der Beratung von Existenzgründern. Er bloggt über die Themen Arbeitsmarkt, Berufseinstieg und Selbständigkeit und ist seit letztem Jahr fester journalistischer Mitarbeiter eines großen deutschen Online-Karriereportals. Mehr bei Google+.
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